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Sterben und Tod

Durch den steigenden Wohlstand und die Fortschritte in der Medizin können sich immer mehr Menschen in den Ländern der industrialisierten Welt über eine deutlich gestiegene Lebenserwartung erfreuen.
Während 1960 die durchschnittliche Lebenserwartung der Männer 65 und der Frauen 72 Jahre betrug, lag sie im Jahr 1999 bei 75 und 81 Jahren, und die Tendenz ist weiterhin steigend.

Mit zunehmendem Alter steigen aber auch Wahrscheinlichkeit und Dauer einer potenziellen Pflegebedürftigkeit aus Krankheitsgründen oder altersbedingter Behinderung.
Das Sterben verschiebt sich immer weiter ins hohe Alter - rund 60% der Todesfälle betreffen Menschen über 75 Jahre (Quelle: Österreichischer Bericht zur Lebenssituation älterer Menschen 1999, Bundesministerium für soziale Sicherheit und Generationen).

Zugleich wird es präsenter in Form von langen Krankheiten, wie beispielsweise Alzheimer oder Parkinson und - auch zunehmend bei jüngeren Menschen - Krebserkrankungen, meist verbunden mit intensiver Pflegebedürftigkeit.

Krankheit, Sterben und Tod sind in unserer Gesellschaft weitgehend ausgegrenzte Phänomene. Dies ist wohl weniger eine Folge stets beschworener zunehmender Kälte, als das Ergebnis von weitreichenden Veränderungen in der gesellschaftlichen Grundstruktur, seien es nun die Bedingungen am Arbeitsmarkt, die sich wandelnden Familienrollen und familiären Netzwerke oder auch die demografische Entwicklung.

Das System Krankenhaus und der Glaube an die Allmacht des medizinischen Fortschritts verstärken die Konzentration auf die medizinisch-technischen Möglichkeiten, auf das Heilen - manchmal um fast jeden Preis. Und tendenziell wird der technischen Hochleistungsmedizin mehr vertraut als menschlichen "Hochleistungen" im Umgang mit sterbenskranken Menschen. Gerade bei Krebserkrankungen sowie bei fortschreitendem Abbau und Verfall der körperlichen Funktionen oder dem Auftreten von Mehrfacherkrankungen (Multimorbidität) kommt der Punkt, an dem der klassische Heilungsanspruch in den Hintergrund und die palliative Medizin in den Vordergrund zu treten hätte. Doch dafür hat das heutige Gesundheitssystem viel zu wenig anzubieten. Es fehlt an Personal, an geeigneten Räumen und auch an den gesetzlichen Rahmenbedingungen, lindernde (palliative) Betreuung und die Begleitung der Sterbenden mit der gleichen Intensität und Qualität zu gewährleisten wie die kurativen Therapien. Und mit gleicher Energie und Sorge, wie sie in der kurativen Medizin angewandt werden, brauchen die Sterbenden und ihr soziales Umfeld eine andere Art von Betreuung und medizinischer Behandlung, geht es doch um Symptomkontrolle, Schmerzfreiheit und um eine psychisch-spirituelle Unterstützung.

Nicht zuletzt fehlt in vielen Bereichen aber auch das Bewusstsein dafür, dass von einem gewissen Punkt an der Tod nicht mehr Feind des Menschen ist und der kurative Ansatz hinter die palliative Betreuung zurückzutreten hat. Deshalb wird oft weiter therapiert, obwohl der Therapieerfolg in keinem Verhältnis zum Gewinn an Lebensqualität steht.

Die moderne Medizin ermöglicht in diesen Fällen zwar eine Verlängerung des Überlebens, aber nicht des Lebens. Es fehlt eine Haltung, die die Grenzen medizinischer Handlungsmöglichkeiten und die Endlichkeit des Lebens akzeptiert.


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   © 2007 by Josef Lengauer