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„Brücke ins Leben“ – Bild von Ilse Radenbauer
(ehemalige Hospizpraktikantin im Seniorenheim Schloß Hall)


Titelseite für eine Mappe
mit Beispielen von Lebensqualität bis zuletzt

(verfasst von MitarbeiterInnen in der Pflege)

und Angehörigenfeedbacks

(zusammengestellt von DGKS Edith Bresenhuber)



Frau M.:

Fr. M. litt seit ca. 30 Jahren an multipler Sklerose. Als vor etwa 10 Jahren ihr Gatte verstarb, hatte sie einen massiven Schub, der sie zur totalen Bettlägrigkeit verurteilte! Aufopferungsvoll wurde sie von ihrer Tochter zuhause gepflegt.
Anfangs kam Fr. M. im Sommer für 3 – 4 Wochen zur Kurzzeitpflege in unser Haus – das war immer jene Zeit, in der ihre Tochter Urlaub hatte.
1997 bezog Fr. M. ein Dauergastzimmer bei uns.
Fr. M. war eine äußerst liebenswerte und geduldige Frau, die stets für ein Gespräch bereit war. Immer wieder zeigte sie sich besorgt um unser Wohlergehen. Nie klagte sie über ihre schwere Erkrankung, sondern zeigte sich dankbar, dass sie eine glückliche Ehe führen durfte und ihre Kinder und Enkelkinder gesund sind.
Oft erzählte sie von einem Dauercampingplatz im Almtal, wo sie mit ihrer Familie schöne und unbeschwerte Stunden verbringen durfte. Zwischen den Zeilen war der Wunsch herauszuhören, dass sie diesen besonderen Platz gerne noch mal sehen würde.
Es reifte in uns der Entschluss, diesen Wunsch zu erfüllen – durch die totale Bettlägrigkeit war die Umsetzung aber gar nicht so einfach. Dann hatten wir eine Idee!
Nach einem Gespräch mit der Tochter, die uns ihre Unterstützung zusagte, wurde diese in die Tat umgesetzt:
Da unser Haus einen guten Bezug zum Roten Kreuz hat, „mieteten“ wir kurzerhand einen Krankenwagen für einen Tag, betteten Fr. M. auf die Trage und fuhren mit ihr an den für sie so besonderen Ort.
Es war ein wunderschöner und berührender Tag für alle Beteiligten. Fr. M. sprach noch lange davon!
2002 wollten wir diesen Tag wiederholen, da er nicht nur für Fr. M. sondern auch für uns ein ganz besonderer Tag gewesen war.
Leider verschlechterte sich der Gesundheitszustand von Fr. M. Sie musste aufgrund einer Zuckerentgleisung ins Krankenhaus. Der gewünschte Erfolg stellte sich aber nicht ein. Wir mussten akzeptieren, dass unser Ausflug nichts mehr werden würde.
Bei Fr. M. bildete sich durch den erhöhten Blutzuckerspiegel und dem verringerten Allgemeinzustand ein Druckgeschwür am Steiß.
Normalerweise werden bettlägrige Bewohner regelmäßig gelagert, um die Möglichkeit der Entstehung eines Decubitus zu verringern bzw. die Abheilung eines bereits Bestehenden zu beschleunigen.
Fr. M. konnte aber nur am Rücken liegen. Sie hielt es einfach auf der Seite nicht aus. Eine Seitenlagerung war für sie mit Schmerzen und Schwindelgefühlen verbunden.
Daher wurde aus palliativen Gründen bei Fr. M. auf die Seitenlagerung verzichtet. Wir legten ihr nur ein Kissen abwechselnd unter die linke bzw. rechte Hüfte, um ein klein wenig den Druck vom Steiß zu nehmen.
Als es absehbar war, dass es dem Ende zuging, versuchten wir, Fr. M. nie zulange alleine zu lassen. Aus Erfahrung wussten wir, dass Fr. M. es immer sehr genossen hatte, wenn wir uns Zeit für ein Gespräch mit ihr genommen hatten, daher sollte sie auch in ihren letzten Stunden nicht sich selbst überlassen sein.
Eines nachts im Juli 2002 verstarb Fr. M. im Beisein einer Pflegerin.
Ihre Tochter, die nur ein paar Stunden zuvor nach Hause gefahren war, wurde verständigt. Sie kam noch in der Nacht zur Mutter und blieb bis zum Morgen bei ihr. Später erzählte sie mir, dass es für sie so gut war. Sie hatte somit genug Zeit, sich von der Mutter zu verabschieden.
Am Morgen nahmen wir gemeinsam in einer berührenden kleinen Zeremonie Abschied von Fr. M.
Fr. M. war eine besondere Frau und sie wird auch in unseren Herzen einen besonderen Platz einnehmen!


Herr K.:

Hr. K. war ein weitgereister Mann. Viele Jahre seines Lebens verbrachte er im Ausland. Auf Grund einer schweren Lungenerkrankung kam er 2001 zu uns ins Heim.
Herrn K. war es sehr wichtig, seine Selbstständigkeit zu bewahren und fühlte sich in seinem Zimmer am wohlsten. Hier hatte er die Möglichkeit, seine heißgeliebten englischen Fernsehsendung auch bis tief in die Nacht zu sehen, außerdem konnte er sich in seinem Zimmer frei bewegen – Hr. K. war auf ständige Sauerstoffzufuhr angewiesen und konnte mit einem langen Verbindungsstück zur Sauerstoffflasche jeden Winkel seines kleinen Reiches erreichen.
Es bedeutete für ihn eine große Belastung, wenn er ins Krankenhaus musste, da er dort in seiner Lebensqualität stark eingeschränkt war.
Als vor einiger Zeit eine für ihn sehr wichtige Blutuntersuchung anstand, die normalerweise mit einem Krankenhausaufenthalt verbunden ist, versuchten wir in Absprache mit den zuständigen Ärzten im Krankenhaus, diese in unserem Haus durchzuführen. Mit Hilfe der diensthabenden Schwestern und des Roten Kreuzes (welches das Blut ins Krankenhaus brachte), wurde dies ermöglicht!
Für Herrn K. war dies eine große Erleichterung, da er in seiner gewohnten Umgebung bleiben durfte!
Nach einem Sturz erholte sich Hr. K. nicht mehr so richtig. Sein Allgemeinzustand ließ mehr und mehr nach. Als dann noch Krampfanfälle hinzukamen, die eigentlich einen Krankenhausaufenthalt erfordert hätten, wurde in Absprache mit dem behandelnden Arzt und Herrn K. beschlossen, keine Krankenhauseinweisung mehr vorzunehmen.
Hr. K. wollte in seiner gewohnten Umgebung bleiben, denn es war ihm klar, dass ein Krankenhausaufenthalt sein Leiden nicht mehr lindern konnte.
Sein größter Wunsch war, seinen Sohn (der in England lebt) noch mal zu sehen. Seine Angehörigen machten dies möglich.
Drei Tage vor seinem Tod trat der Sohn mit dem Enkel an sein Bett. Dies war ein sehr berührender Augenblick. Hr. K. mobilisierte all seine Kräfte, um diese Stunden noch zu genießen.
Als dann die Schmerzen kamen, wurde versucht, diese so gut wie möglich zu lindern – wir nahmen uns zwischen unserer täglichen Arbeit immer wieder ein paar Minuten Zeit für ein Gespräch mit ihm oder um einfach nur bei ihm zu sein und natürlich kamen auch hochwirksame Schmerzmittel zum Einsatz.
Hr. K. wollte nicht mehr essen, sondern nur noch sein bevorzugtes Getränk genießen - also musste er auch nicht mehr essen, da er noch ausreichend Flüssigkeit zu sich nahm.
Hr. K. ließ sich nur ungern von uns waschen - er war, wie am Anfang bereits erwähnt wurde, sehr auf seine Selbstständigkeit bedacht – also wurde er jedes Mal wieder von uns gefragt, ob er gewaschen werden will (natürlich wiesen wir ihn auf den Grund für dieser Maßnahme hin). Ging es ihm etwas besser, ließ er uns unser Arbeit machen, ging es ihm schlechter, vertröstete er uns auf „morgen“.
Gut behütet, im Beisein von seiner 95-jährigen Mutter, die ebenfalls bei uns im Heim lebt, und Menschen, die ihm nahe standen, verstarb Hr. K. am 5.Mai 2003 in seinem kleinen Reich bei uns im Haus.
Als letzte Ehrerweisung wurde er von zwei Pflegerinnen gewaschen und angezogen.
Anschließend nahmen wir gemeinsam mit den Angehörigen und den Kolleginnen, die sich von der Arbeit freimachen konnten, Abschied von ihm.
Hr. K. war ein äußerst liebenswerter, lustiger und lebensfroher Mensch gewesen. Meist hatte er einen kleinen Scherz auf den Lippen und oft verwöhnte er uns mit selbstgemachtem Obstsalat.
Der Abschied von ihm fiel uns alles andere als leicht.


Frau G.:

Nach einer Oberarmfraktur kam sie 1998 als Kurzgast in unser Haus.
Da sie eine starke Raucherin ist, kam ihr das Kurzgastzimmer sehr gelegen, da dies über einen Balkon verfügt und unsere Bewohnerin zu diesem Zeitpunkt noch in der Lage war, diesen für ihre Rauchpausen zu betreten (Anmerkung: Unsere Zimmer sind den gesetzlichen Bestimmungen entsprechend mit einem Rauchmelder ausgestattet).
Als dann ein Dauergastzimmer im selben Stock frei wurde, bezog sie es nach anfänglichem Zögern, da sich ihr Allgemeinzustand verschlechtert hatte und sie auf einen Rollstuhl angewiesen war. Sie hatte Angst, dass sie durch den Umzug in ihrer Lebensqualität (sprich Rauchen) eingeschränkt werden würde.
Nachdem das Rauchen für Fr. G. eine sehr wichtige Sache ist, wurde nach Rücksprache mit der Verwaltung des Hauses und dem Hausmeister beschlossen, dass Fr. G. ausnahmsweise in ihrem Zimmer rauchen darf. Das Pflegepersonal achtet darauf, dass der Aschenbecher häufig entleert und das Zimmer immer wieder gelüftet wird. Durch diese Maßnahmen wird es unserer Bewohnerin ermöglicht, einen für sie sehr großen Teil ihrer Lebensqualität zu erhalten.
Außerdem liebt es Fr. G., lange schlafen zu können (sie war in ihrem Berufsleben Bäckerin und ist der Meinung, dass sie oft genug bald aufgestanden ist und möchte nun das Schlafen genießen)!
Obwohl bei uns im Haus das Frühstück um 7 Uhr 30 stattfindet, haben wir uns angewöhnt, Fr. G. bis 10 Uhr schlafen zu lassen. Sie trinkt dann meist nur ihren Kaffee und lässt das restliche Frühstück ausfallen.
Anfangs taten wir uns etwas schwer damit, unsere Routinearbeiten auf den Wunsch des Ausschlafens von Fr. G. abzustimmen, aber nach ein paar Tagen hatten wir uns daran gewöhnt und konnten dadurch wesentlich dazu beitragen, die Lebensqualität von Fr. G. zu steigern.



Frau R.:

Als ich nach meiner Babypause wieder in unserem Heim anfing zu arbeiten, wohnte Frau R. schon einige Zeit in ihrem kleinen gemütlichen Zimmer im alten Schlossteil.
Frau R. war immer sehr freundlich und geduldig, sie wurde vom Pflegepersonal sehr gemocht.
Die kleine, zierliche Frau wirkte trotz ihres sehr hohen Alters wie eine richtige Dame.
Ihre Gesichtszüge waren sehr weich, und ihre Gutmütigkeit las man ihr von ihren Augen ab.
Für jeden Handgriff, den man für sie tat, bedankte sie sich herzlich, oft mit einem Handkuss oder einer sanften Berührung.
Sie freundete sich mit jedem an, aber ganz besonders wichtig war ihr die Freundschaft mit einer ganz bestimmten Bewohnerin.
Die beiden waren ein Herz und eine Seele. Tag um Tag verbrachten sie ihre Zeit zusammen.
Wenn eine der beiden krank wurde, machte sie sich Sorgen und sie besuchten sich gegenseitig in ihren Zimmern.
Frau R. war glücklich, dass jemand da war, der sich um sie sorgte, mit ihr redete und sie bemutterte.
Ihre Freundin war glücklich, mit jemandem "herumgschaftln" zu können.
Eines Tages wurde Frau R. krank und musste einige Zeit im Krankenhaus verbringen.
Ihre Freundin war traurig, und freute sich sehr auf ihre Rückkehr.
Wie oft hatten sie sich doch vorgestellt, wie es sein würde, wenn sie gemeinsam Frau R.'s 100. Geburtstag feiern, der ja nur noch drei Jahre entfernt war.
Als Frau R. vom Krankenhaus zurückkam, war ihr Gesundheitszustand sehr bedenklich.
Sie aß kaum und redete nicht mehr so viel als zuvor.
Sie ahnte wohl zu diesem Zeitpunkt, dass sie wahrscheinlich nicht mehr lange in unserer Mitte weilen würde.
Ihre Freundin besuchte sie täglich. Und bald richteten wir für Frau R. ein gemütliches Bett neben unserer Essgruppe her.
Sie freute sich sehr darüber in der Nähe ihrer lieb gewonnenen Mitbewohner zu sein.
Sie strahlte eine Zufriedenheit und Dankbarkeit aus, die unwahrscheinlich groß war. Ruhe und Gelassenheit, Stärke und Furchtlosigkeit überkamen sie.
Eines Nachmittags wünschte sie in ihr Zimmer gebracht zu werden.
Sie verabschiedete sich von allen Mitbewohnern in der Essgruppe und ganz besonders von ihrer Freundin. Ihr versprach sie, nach ihrem Tod auf sie aufzupassen. Einer Kollegin versprach sie ihre Mutter zu grüßen und über das ganze Pflegepersonal zu wachen.
Sie wurde in ihr Zimmer gebracht und ins Bett gelegt.
Von da an sprach sie nicht mehr, und wartete geduldig auf den Moment, der sie erlösen würde.
Auf die Frage, ob ihre Ziehtöchter kommen sollten, nickte sie, währen dicke Tränen über ihr sanftes Geicht rollten.
Ihre Angehörigen kamen und blieben bei ihr.
Zwei Tage später entschlief sie ruhig im Beisein ihrer Ziehtöchter.
Ihre Freundin wollte bei der Verabschiedung von Frau R. nicht dabei sein; denn sie wollte sie so in Erinnerung behalten, wie sie immer war.
Auch für uns Pflegende war der Abschied schwer. Und der Raum war von Emotionen erfüllt.
Frau R. hinterließ ein Loch in unserer Mitte. An ihrem Platz am Esstisch wurde ein Blumenkränzchen niedergelegt. Ihre Freundin passte lange auf, dass sich dort niemand hinsetzte.


Herr A.:

Als Herr A. zu uns ins Heim kam, war seine Situation aussichtslos. Seine Frau hatte ihn nach fast 60 Jahren verlassen, und sein behinderter Sohn kam ins Heim. Das mit viel Mühe gebaute Haus wurde verkauft. Herr A. ging ins Altenheim, allerdings nicht weil er wollte, sondern weil er musste. Er war sehr streitsüchtig und suchte bei allen anderen die Schuld für seine Lage. Leidenschaftlich gerne verfasste er Gedichte mit Inhalten wie "Es gibt keinen Gott ..." usw. Diese verschickte er dann per Post, was ihm zwar immer wieder Ärger einbrachte, aber Herr A. nahm das gelassen. Wenn er Antwortbriefe mit teilweise wüsten Beschimpfungen bekam, hat er sich darüber immer riesig gefreut, ja er hat sich regelrecht daran ergötzt.
Zu seinen beiden verheirateten Kindern hatte er keinen Kontakt, denn die hatten seiner Meinung nach ebenfalls Schuld an seiner Situation. Als er auch seine Frau (sie lebt in einem anderen Heim) beschimpfte, bekam er dort Hausverbot und die Besuche blieben aus.
Herr A. wurde pflegebedürftig und musste die meiste Zeit im Bett verbringen. Bei Gesprächen erzählte er, dass er im Krieg in Stalingrad gewesen sei, was sein ganzes Leben stark geprägt habe. Er fühlte sich dort von Gott und den Menschen verlassen. Durch eine schwere Verwundung, die er an der Front erlitt, hatte er das Glück nach Hause geflogen zu werden.
Er erzählte viel vom Krieg und von seiner Frau, die er sehr vermisste. Immer wenn ich ihn gefragt habe, was er sich denn wünsche, sagte er: "Ich möchte in den Armen von meiner Reserl sterben!"
Eines Abends fing er plötzlich zu weinen an. Er bat mich, seine Kinder und seine Gattin zu ersuchen, sie mögen doch möglichst schnell kommen, weil es sonst zu spät sei. Und außerdem wünschte er die Krankensalbung. Ich war sehr gerührt, wie dieser Mann plötzlich alle Gebete mitbetete und sich mit Freude beim Pfarrer bedankte.
Am nächsten Tag kamen Tochter, Sohn, Enkerl, Schwiegertochter und Gattin. Herr A. genoss das sichtlich. Ich besorgte ihm noch Rosen für seine Frau. Von nun an bekam er täglich Besuch von seinen Kindern. Auch sein Urenkerl lernte er noch kennen.
Bei Herrn A. war die Verbitterung der Freude gewichen.
Als sich sein Gesundheitszustand sehr verschlechterte, kam seine Frau und blieb bei ihm. Herr A. verstarb schließlich in ihren Armen, so wie er sich das immer von Herzen gewünscht hatte. Auch seine Kinder kamen zum Abschied. Und im Angesicht des Todes haben ihm alle verziehen.


Frau Z.:

Frau Z. kam zu uns von einem anderen Heim, wo sie sich nicht wohlfühlte. Sie lebte anfangs sehr zurückgezogen und wollte auch immer nach Hause. Sie erzählte, dass sie aus Wien war und immer sehr gerne gesungen hat. Sie trank gerne einen "G'spritzten" und aß dazu ein Schmalzbrot. So verwandelten wir manchmal nachmittags unsere Essgruppe in einen "Heurigen". Frau Z. sang mit Leidenschaft ihre "Wiener Lieder". Ihre Mitbewohner hörten begeistert zu und stimmten gelegentlich auch mit ein.
Frau Z. war eine Bereicherung für unsere Pflegegruppe, und das "Gebraucht werden" wirkte sich sehr positiv auf ihr Verhalten aus. Sie verbrachte viel Zeit in der Gruppe und wurde von Tag zu Tag zugänglicher und lustiger.
Nicht vergessen werde ich ihren Auftritt beim Hausfasching. Wir verkleideten sie als Fiaker. Frau Z. sang voller Begeisterung vor allen Heimbewohnern das Fiakerlied und zwar ganz perfekt.
Von Verbitterung war bei Frau Z. nichts mehr zu merken und deshalb bekam sie auch wieder vermehrt Besuch von ihren Töchtern.
Leider verschlechterte sich ihr Gesundheitszustand sehr. Solange es möglich war, lag sie in einem Liegesessel, mit dem wir sie in die Essgruppe stellten, und sie hörte ihre Wiener Lieder von der Kassette. Zum Teil haben wir ihr auch vorgesungen. Frau Z. korrigierte uns aber sofort, wenn wir die Tonlage verfehlten oder mit dem Text "stolperten". Es entwickelte sich ein freundschaftliches Naheverhältnis zwischen ihr und dem Pflegepersonal.
Frau Z. schied eines Nachts - ihrem Wunsche entsprechend - ganz ruhig mit den Klängen des Donauwalzers aus dem Leben.



Angehörigenfeedbacks



M. S. H.
4490 St. Florian


An das
Schwesternteam 1. Stock NB
Seniorenheim Schloß Hall
Bad Hall

Liebe Schwestern des 1. Stockes!

Wie telefonisch besprochen möchte ich Ihnen meine Eindrücke, die ich vom Seniorenheim Schloß Hall gewonnen habe, kurz mitteilen.
Leider war es meiner Mutter, Frau E., nicht mehr gegönnt, länger Mitbewohnerin in Ihrem Heim zu sein. Dies ist für mich umso bedauerlicher, da ich in den letzten Wochen vor ihrem Ableben verspüren konnte, dass sie langsam die Vorurteile, die sie einem Altersheim entgegenbrachte, durch Ihre liebevolle und kompetente Betreuung abzubauen begann und sich heimisch fühlte.
Es ist immer ein Schock für ältere Menschen, wenn sie das Schwinden ihrer Kräfte verspüren und der Tag kommt, wo ein Aufenthalt in einem Heim notwendig wird. Da meine Mutter immer eine sehr selbständige, tatkräftige Persönlichkeit war, war es für sie umso schmerzlicher, als sie nach einem Sturz auf ständige Betreuung angewiesen war. Ich machte mich daher auf die Suche nach einem geeigneten Pflegeplatz und bald stand für mich fest, dass für meine Mutter nur Schloß Hall in Frage kam. Ich hatte aus meinem Bekanntenkreis nur Positives gehört, dafür aber häuften sich negative Schilderungen über andere Altersheime.
Die Eingewöhnungsphase war für alle Beteiligten nicht ganz leicht, aber dann merkte meine Mutter doch, dass sie nicht abgeschoben, sondern nur gut aufgehoben war. Langsam begann sie Anteil am Heimalltag zu nehmen, ich durfte ihr Zimmer freundlicher gestalten, und sie fand sogar eine alte Schulfreundin wieder. Auch ihre geliebte Aquarellmalerei wollte sie wieder beginnen.
Obwohl sie schon hochbetagt war, fühlte sie sich nicht alt, war auch nicht kränklich oder gebrechlich, deshalb war es für mich umso schmerzlicher, als ich während meines Winterurlaubes von ihrem plötzlichen und unerwarteten Tod erfuhr. Anfänglich konnte ich diese Nachricht nicht fassen, da ich mit meiner Mutter noch am Vorabend telefonisch Pläne für das kommende Wochenende geschmiedet hatte. Als ich dann von der Heimleiterin gefragt wurde, ob ich gerne zu einer Verabschiedung ins Seniorenheim kommen würde, war ich sehr erleichtert, doch noch Abschied von meiner Mutter nehmen zu können. Gleichzeitig hatte ich große Angst, denn ich hatte vorher noch nie engeren Kontakt mit einem Toten und schon gar nicht mit einem verstorbenen vertrauen Menschen.
Schon bei der Ankunft im Heim merkte ich, dass ihr Tod auch für die Schwesternschaft traurig und unfassbar war, aber zugleich spürte ich auch die Wärme und Zuneigung, die sie meiner Mutter entgegengebracht hatten. Alle waren um meine liebevoll aufgebahrte Mutter versammelt, um mit Herrn Diakon Lengauer ein Gebet für sie zu sprechen. Man hatte eine CD aus ihrer Sammlung als Hintergrundmusik gewählt, man hatte daran gedacht, man wollte ihr auch im Tod noch eine Freude machen. Der Gesichtsausdruck meiner Mutter war friedlich und ungelöst, sie hatte nicht gelitten, sie war nicht allein gewesen. Für mich ist das besonders wichtig, da ich ihr in dieser Stunde nicht beistehen konnte, was man aber für eine Mutter gern tun würde.
Ich möchte mich auf diesem Weg noch einmal dafür bedanken, dass sie nicht nur vorbildlich und kompetent gepflegt wurde, sondern auch Freundlichkeit, Wärme und Aufmerksamkeit von Ihrer Seite empfangen hat.

Mit besten Grüßen
S. H.


E. H.
4020 Linz


Sehr geehrter Herr Heimleiter,
liebe Pflegedienstleiterin,
liebes Pflegeteam!

Ich möchte mich aufrichtigen Herzens bei Ihnen allen bedanken für den ganzheitlichen Einsatz, den Sie bei der Betreuung und Pflege meines Onkels, Herrn R. S. erbracht haben.
Der letzte Lebensabschnitt war wohl eine der schwierigsten Herausforderungen in seinem Leben. Beim Loslassen des Vergangenen und beim Annehmen des Neuen haben Sie alle ihm beigestanden und geholfen.
So konnte er seinen Seelenfrieden finden und ruhig, auch gestärkt durch die Krankensalbung, seinen letzten Weg antreten.

In Dankbarkeit
verbunden mit stillen Grüssen

E. H.

 
   

   © 2007 by Josef Lengauer