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Infostand Sterbekultur

(gestaltet von DGKS Edith Bresenhuber und Mitarbeiterin Marianne Rieder)

















Richtlinien für die Sterbebegleitung
im Seniorenheim Schloß Hall

A. Vorbereitung
B. Bei Eintritt des Todes
C. Verabschiedung


A. Vorbereitung
  1. Die Vertrauensperson ist bei Verschlechterung des Allgemeinzustandes des Bewohners
  2. rechtzeitig zu benachrichtigen (gilt auch für ND).
    Der Vertrauensperson soll bei der Benachrichtigung weiterer Angehöriger und Bezugspersonen Unterstützung angeboten werden.
    Zuständigkeit: PDL; Stockwerksverantwortliche, falls PDL abwesend
  3. Mit dem Hausarzt (in Akutfällen Vertretung) und der Vertrauensperson (außer der Bewohner ist in der Lage, selbst zu entscheiden) ist die grundsätzliche Vorgangsweise (KH-Einweisung – ja oder nein; medizinischer Einsatz usw.) festzulegen.
    WILLENSERKLÄRUNG (Patientenverfügung) BEACHTEN!
    Zuständigkeit: PDL; Stockwerksverantwortliche, falls PDL abwesend
  4. Streamer mit „Seelentröster“ rechtzeitig aufstellen!
    Zuständigkeit: Stockwerksteam
  5. Individuelle Sterbebegleitung soll durch Angehörige, MA, Seelsorge und evt. vertraute Bezugspersonen oder vertraute Mitbewohner sichergestellt sein. Praktikanten sollen für diesen Dienst nicht herangezogen werden, weil sie sich in dieser Aufgabe vielleicht überfordert fühlen und die Vertrauensbasis zum Sterbenden fehlt. Im konkreten Fall muss die Sterbebegleitung mit dem Stockwerkteam und der PDL (bzw. Vertretung) – weiters mit Angehörigen (wenn anwesend), ehrenamtlichen Hospizmitarbeitern, Seelsorge, Mitarbeitern von anderen Stockwerken oder evt. Mitbewohnern – abgesprochen werden. Die Anwesenheit von Angehörigen ist auch während der Nacht sehr erwünscht! Ruhemöglichkeit und Verpflegung anbieten!
  6. Vom Bewohner geäußerte Wünsche bezüglich Sterbeprozess und Form für Verabschiedung sollen auf dem PP-Beiblatt „Meine Wünsche vor, während und nach meinem Aufbruch über die Brücke in eine andere Welt“ gesammelt werden.
    Zuständigkeit: alle MitarbeiterInnen
  7. Anliegen des betroffenen Bewohners sollen rechtzeitig erfragt werden und es soll versucht werden, sie zu realisieren (z.B. Besuchen oder Besuche von bestimmten Personen, Mitbewohnern, Friseur, Nagel- oder Fußpflege, Tieren ..... evt. nochmals Besuch im früheren Zuhause, von Lieblingsplätzen .....)
  8. Diakon Josef möchte tagsüber (7.00 Uhr – 19.00 Uhr) in jedem Fall verständigt werden (Tel. 0699/19173530; bei Nichtmelden Nachricht auf Mailbox sprechen).
    Bei evangelischen BewohnerInnen rechtzeitig Pfarrer Haas verständigen (Tel. 2685).
    Zuständigkeit: PDL bzw. Stockwerksverantwortliche
  9. Sterbesakramente sind für katholische Christen Kommunion und Beichte, nicht die Krankensalbung! Sollte von einem Sterbenden oder Angehörigen ausdrücklich der Wunsch nach den Sterbesakramenten geäußert werden, so kann das Beichtsakrament ausschließlich nur von einem Priester gespendet werden, die Hl. Kommunion kann im Notfall von jedem MA gereicht werden.
  10. Die Hl. Kommunion ist in der Kapelle im Tabernakel aufbewahrt. Der Tabernakelschlüssel liegt auf dem Tabernakel. Wenn der Schwerkranke bzw. Sterbende nicht mehr in der Lage ist, eine ganze Hostie zu schlucken, genügt es, ihm ein (kleines) Teilchen zu reichen. Dieses kann auf einem Löffel mit (ein paar Tropfen) Flüssigkeit aufgelöst und so gereicht werden. Der nicht verwendete Teil der Hostie muss in die Hostienschale zurückgegeben werden.
  11. P. Ambros, Sr. Marlene (Tel. 2660), P. Wilhelm (Tel. 3020) und der evangelische Pfarrer Ulrich Haas (Tel. 2685) sollen nur, wenn ausdrücklich geistlicher Beistand gewünscht wird, verständigt werden.
    Kontakt zum früheren Heimatpfarrer (wenn von Angehörigen gewünscht) muss durch Angehörige selber hergestellt werden.
  12. Sterbebegleitung durch MA ist während der Dienstzeit grundsätzlich Dienstzeit. Das Stockwerkteam hat in Absprache mit der PDL (bzw. Vertretung) dafür zu sorgen, dass für die Sterbebegleitung genügend Zeit und Ruhe gewährleistet und der Dienst auf dem Stockwerk aufrechterhalten ist.
    Sterbebegleitung durch MA außerhalb der Dienstzeit ist sehr erwünscht. Anrechenbarkeit als Dienstzeit ist mit der PDL zu klären.
  13. Alle MA sollen über das bevorstehende Ableben eines Bewohners informiert werden. Für die Information der anderen Dienstbereiche (Büro, Küche, Seelsorge etc. nicht vergessen!) sorgt die PDL (bzw. ihre Vertretung bzw. die/der MA, welche(r) unter der hausinternen Tel. Nr. 62 zu erreichen ist ).

B. Bei Eintritt des Todes
  1. PDL bzw. Vertretung, Seelsorge, Büro, Küche, Reinigung informieren.
    Zuständigkeit: Stockwerksverantwortliche
  2. Vertrauensperson verständigen und Unterstützung anbieten für die Verständigung weiterer Angehöriger und Bezugspersonen.
    Zuständigkeit: PDL bzw. Stockwerksverantwortliche
  3. Bei erwartetem Todesfall ist der Hausarzt (bzw. Vertretung) tagsüber sofort, nachts bis 22.00 Uhr bzw. ab 6.00 Uhr früh zu verständigen (es liegt in der Kompetenz des Arztes, wann er den Tod feststellt) und die Verständigung zu dokumentieren.
    Zuständigkeit: PDL bzw. Stockwerksverantwortliche
  4. Bei unerwartetem Todesfall ist der diensthabende Arzt sofort zu verständigen (auch nachts!) und die Verständigung zu dokumentieren.
    Zuständigkeit: PDL bzw. Stockwerksverantwortliche
  5. Bestatter vorverständigen (Näheres siehe Punkt 13) – abends bis spätestens 22.00 Uhr und in der Früh ab 6.00 Uhr.
    Zuständigkeit: PDL bzw. Stockwerksverantwortliche
  6. WICHTIG BEI AUSWÄRTIGER BESTATTUNG: Die Ausstellung des Totenscheines kann frühestens vier Stunden nach Eintritt des Todes erfolgen – u. zw. ausschließlich durch den Gemeindearzt von Bad Hall bzw. Pfarrkirchen. Erst dann darf die/der Verstorbene vom Bestatter abgeholt werden. An Wochenenden können alle diensthabenden Ärzte den Totenschein ausstellen. Formulare sind im Hauptdienstzimmer (oberste Lade rechts). Falls der diensthabende Arzt die Ausstellung verweigert, dann Dr. Stehrer oder Dr. Schoiswohl verständigen. Die Dokumente der Dauerbewohner sind im Büro hinterlegt.
  7. Bis der Arzt den Tod festgestellt hat, dürfen keine Veränderungen am Verstorbenen vorgenommen werden, wie umlagern, waschen, Kinn fixieren, Sonden oder Katheter entfernen. Ausnahme bei erwartetem Tod nach vorheriger Rücksprache mit Arzt!
  8. Der genaue Zeitpunkt des Todes ist in die Dokumentation einzutragen und im Büro zu melden. Eintragung im Krankenhausheft im Hauptdienstzimmer nicht vergessen! Wenn der Verstorbene tot aufgefunden wird, muss der Arzt den Zeitpunkt des Todes festlegen.
    Zuständigkeit: Stockwerksverantwortliche
  9. Nach dem Ableben der/des Bewohnerin/Bewohners ist der Tisch im Zimmer zu richten mit Decke, Kreuz, Weihwasser, evt. Blumenschmuck und/oder verschiedenen Symbolen (die zum Leben und Glauben des Verstorbenen passen) und alles, was für das Verabschiedungsritual gebraucht wird (Verabschiedungsmappe, Gotteslob, Liedertexte, evt. CD’s und CD-Player), vorzubereiten.
    In der Halle im Erdgeschoss „Sterbekerze“ und Bild des Verstorbenen aufstellen. Am Wochenende kann der Text handgeschrieben werden. Sterbekerze und Bild bleiben stehen bis einschließlich Begräbnistag bzw. bis nach der hausinternen Totenandacht.
    Auf besondere Wünsche der Angehörigen eingehen!
    Zuständigkeit: Stockwerksverantwortliche
  10. Das Waschen und Ankleiden des Leichnams geschieht auf freiwilliger Basis durch MA und evt. auch Angehörige (Angehörige sollen dazu ermutigt werden). Es gehört aber zur Zielsetzung unseres Hauses, einem Verstorbenen auch auf diese Weise Ehre zu erweisen.
    (MA, die diesen Dienst nicht ausführen möchten, werden ermutigt, eine(n) Kollegin/Kollegen um die Übernahme dieses Dienstes zu ersuchen.)
    Im Bedarfsfall Kinnklemme (ist im Arztzimmer zusammen mit anderen Sterbeutensilien aufbewahrt) verwenden und nicht Kinn bandagieren!
  11. Der Verstorbene ist würdevoll aufzubahren (Rosenkranz oder Sterbekreuz in die Hände legen), das Zimmer ordentlich aufzuräumen, evt. Fenster zu öffnen, evt. Jalousien und Vorhänge zu schließen und die Heizung abzudrehen.
  12. WICHTIG: Keine Kerzen ohne Aufsicht im Zimmer brennen lassen!
  13. Der Bestatter ist nach Eintritt des Todes vorzuverständigen – abends bis spätestens 22.00 Uhr und in der Früh ab 6.00 Uhr. Nach dem Waschen und Ankleiden des Verstorbenen und nach der Verabschiedung ist mit dem Bestatter der Abholtermin festzulegen und ihm mitzuteilen, welchen Ein-/Ausgang und Lift er verwenden soll (nicht während der Mahlzeiten bei Speisesaal bzw. Essgruppen mit Sarg vorbeigehen!)
    Auswärtige Bestatter werden von den Angehörigen benachrichtigt. Ausnahme: wenn keine Angehörigen erreichbar sind, dann den Verstorbenen von örtlicher Bestattung bzw. auswärtiger Bestattung (wenn schon bekannt) abholen lassen.
    Zuständigkeit: PDL bzw. Vertretung
  14. Psychohygiene: Die MA werden gebeten, sich gegenseitig mit Aufmerksamkeit und Fingerspitzengefühl seelisch beizustehen. Viel Unterstützung brauchen jene MA, die mit dem Verstorbenen besonders tief verbunden waren, sowie neue MA, Zivis und FSJ. Wenn nötig, hat ein begleitendes Gespräch im geschützten Rahmen Priorität!

C. Verabschiedung
  1. Zeitpunkt und Leitung der Verabschiedung ist möglichst bald (evt. vor dem Waschen) festzulegen.
    Zuständigkeit: PDL bzw. Vertretung
  2. Die Verabschiedung erfolgt im Zimmer des Verstorbenen. Alle anwesenden MA, Seelsorger, Heimleiter, Frau Rieder, Angehörige, nahestehende Mitbewohner dazu einladen!
    Zuständigkeit: PDL bzw. Vertretung
  3. Die Leitung der Verabschiedung kann grundsätzlich jeder MA übernehmen. Die Verabschiedungsmappe mit Leitfaden und verschiedenen Texten liegt in jedem Stockwerk auf. Eine Vorbereitungszeit für die Verabschiedung ist sinnvoll.
  4. Jedes Stockwerk ist mit allen für die Verabschiedung erforderlichen Utensilien ausgestattet. Symbole und Texte können jederzeit ergänzt werden. Bitte an alle Stockwerke weitergeben, wenn was Neues hinzukommt!
  5. Die Verabschiedung soll nicht länger als 20 Minuten dauern.
  6. Die dienstliche Aufsichtspflicht muss in allen Stockwerken auch während der Verabschiedung gewährleistet sein.
  7. Den Angehörigen genügend Zeit zum Abschiednehmen geben. Auf die Wünsche eingehen, ob sie allein oder begleitet beim Verstorbenen sein möchten.
  8. Den Angehörigen und Seelsorge (Josef, Frau Rieder) den Termin der Totenandacht bekanntgeben. Die Totenandacht ist im Regelfall am DI oder DO um 15.30 Uhr in der Kapelle.
    Den Angehörigen Info-Blatt des Bestatters mitgeben (ist im Arztzimmer bei den anderen Sterbeutensilien aufbewahrt).
    Die Angehörigen um 2 Partezettel und 2 Totenbilder ersuchen.
    Zuständigkeit: PDL bzw. Vertretung
    Die schriftliche Einladung zum Trauercafe erfolgt von der PDL bzw. Vertretung (ausgefüllt und unterschrieben) den Angehörigen per Post 4 Wochen vor Termin des nächsten Trauercafes.
    Das Trauercafe findet jeweils am 2. Freitag in den Monaten März, Juni, September und November um 15.00 Uhr im Clubraum statt.
  9. Bei Abholung des Verstorbenen durch den Bestatter soll unbedingt ein MA im Zimmer anwesend sein, Kinnklemme entfernen und bei Bedarf helfen, die/den Verstorbene(n) in den Sarg zu legen.
  10. Nach dem Abholen des Verstorbenen Zimmer ordentlich herrichten (Bett etc.) und Streamer mit „Seelenfrieden“ 24 Stunden laufen lassen. Das Zimmer muss, bis die Angehörigen es geräumt haben, in diesem Zustand belassen werden und verschlossen sein.
    Zuständigkeit: Stockwerksteam
  11. Das Gedenkbuch möge individuell ergänzt und weitergeführt werden.
    Zuständigkeit: Stockwerksteam

Ethische Grundwerte für den Umgang miteinander hinsichtlich Weitergabe von Überzeugungen

  • Die Würde des Gegenübers achten
  • Das Recht nicht überzeugt werden zu wollen, respektieren
  • Dem Gegenüber das Recht einräumen, seinerseits überzeugen zu wollen
  • Auf jegliche Gängelei verzichten
  • Religion, Kultur, politische Einstellung, ethische Überzeugungen des Gegenübers nicht herabsetzen und auch nicht antasten, es sei denn, sie widersprechen den allgemeinen Menschenrechten
  • Für die eigene Überzeugung eintreten, nicht gegen die des Gegenübers
  • Auf Drohungen jeder Art verzichten
  • Niemals unaufrichtig sein, das Gegenüber nicht täuschen, die gegen einen Übertritt zur eigenen Überzeugung sprechen, nicht zurückhalten
  • Keine materiellen Vorteile anbieten oder in Aussicht stellen, wenn diese nur gewährt werden, falls sich das Gegenüber überzeugen lässt



Dokumentationsblatt „Meine Wünsche vor, während und nach meinem Aufbruch über die Brücke in eine andere Welt“




Einladung zum Trauercafe


Trauercafe
Richtlinien, Zuständigkeiten und Ablauf

1. Allgemeines

Das Trauercafe ist Teil unserer Angehörigenarbeit. Wir wollen die Angehörigen in der Trauerphase nach dem Sterben eines/r Bewohners/in noch ein Stück begleiten.
Ziel des Trauercafes ist, den Angehörigen die Möglichkeit zu geben, ihre Trauer zuzulassen und zu erkennen, wo sie in ihrem Trauerprozess stehen, Schmerz auszusprechen, sich verstanden und getröstet zu fühlen, Hoffnung, Mut und Kraft zu schöpfen für den weiteren Weg ohne ihre Lieben.
Das Trauercafe kann auch für MitarbeiterInnen ein wichtiger Bestandteil ihrer Trauerbewältigung sein.

Das Trauercafe findet vier Mal im Jahr statt:
Jeweils am 2. Freitag in den Monaten März, Juni, September und November – um 15.00 Uhr im Clubraum (wenn mehr Angehörige ihre Teilnahme angemeldet haben, als der Clubraum fassen kann, im Speisesaal).

Jedes Stockwerk, auf dem seit dem letzten Trauercafe ein Bewohner verstorben ist, soll durch mindestens einen Mitarbeiter vertreten sein.

2. Checkliste
Was ist wann zu tun? Wer ist wofür zuständig und verantwortlich?

a. Einladung
  • Mündliche Kurzinformation bei Verabschiedung über Sinn und Datum des Trauercafes mit Hinweis auf schriftliche Einladung einen Monat vor Trauercafe
  • Zuständigkeit: PDL Traudi Koch bzw. Vertretung
  • Mündliche Einladung bei Totenandacht
  • Zuständigkeit: Diakon Josef, Marianne Rieder
  • Schriftliche Einladung (Vorlage) am 15. des Vormonats absenden.
    Zuständigkeit: PDL Traudi Koch bzw. Vertretung
    Stichtag: grundsätzlich Tag der Aussendung
    Anmeldefrist: Freitag vor Trauercafe
  • Schriftliche Einladung (Vorlage) persönlich übergeben bei Todesfällen in den drei Wochen vor Anmeldefrist.
    Telefonische Anmeldung bis Anmeldefrist, sofern die Angehörigen beim nächsten Trauercafe teilnehmen möchten.
  • Zuständigkeit: PDL Traudi Koch bzw. Abteilung, auf der der/die Verstorbene gewohnt hat

b. Liste der Verstorbenen mit Name und Sterbedatum

Hängt ab Tag der Aussendung im Hauptdienstzimmer.
Auf dieser Liste werden die eingehenden Anmeldungen zum Trauercafe eingetragen.
Zuständigkeit: PDL Traudi Koch bzw. Vertretung


c. Info über Anzahl der Teilnehmer
an Küche, Hausmeister Franz Rieder, Marianne Rieder, Abteilungen
Montag Vormittag vor Trauercafe
Zuständigkeit: PDL Traudi Koch bzw. Vertretung


d. Musikalische Gestaltung (Live-Musik)
Zuständigkeit: DGKS Maria Wöhrnschiml
Bei Verhinderung: Musik von CD (aufbewahrt im Seelsorgebüro, im Schrank rechts vorne bei Fenster).


e. Gestaltung des Clubraumes
Zuständigkeit: Marianne Rieder, DGKS Maria Wöhrnschiml
Zuständigkeit für Tische und Stühle: Hausmeister Franz Rieder
Vorzubereiten sind: ausreichend Schwimmkerzen, Ständer mit Schale, CD-Player, CD’s, Aromastreamer und Duft, Gläser und Teelichter für Tische, Dekoration der Tische, Auflegen der Gedenkbücher, Gästebuch, Geschirr, Kaffee, Tee, Kuchen, Mineralwasser, Taschentücher.


3. Wichtige Informationen für MitarbeiterInnen und Angehörige

Die beteiligten MitarbeiterInnen sollen darauf hingewiesen werden,
  • dass durch das Trauercafe bei den Angehörigen und auch bei den Mitarbeitern starke Emotionen hervorgerufen werden können;
  • dass alle Teilnehmer am Trauercafe ermutigt werden, ihren Gefühlen (Trauer, Schmerz, Zorn, Wut, Schuld, Sprachlosigkeit ...) freien Lauf zu lassen, weil Trauer ein natürlicher Vorgang des Lebens ist;
  • dass alles, was als Ausdruck der Trauer geschieht, in Ordnung ist;
  • dass Verschwiegenheit Voraussetzung ist, damit Menschen sich vertrauensvoll öffnen können.

4. Ablauf des Trauercafes
  • Beginn mit Musik
  • Begrüßung durch den Heimleiter bzw. Vertretung
  • Einleitende Worte durch Pflegedienstleiterin bzw. Vertretung
  • Angabe des Ablaufes
  • Musik
  • Text und Meditation (während der Meditation Hintergrundmusik von CD „Forest fantasy Nr. 4“)

    Sie alle, die sie heute hier versammelt sind , verbindet etwas miteinander, nämlich die Trauer um einen lieben Menschen. Um ihre Ehefrau, den Ehemann, ihre Mutter, den geliebten Vater, den Opa, die Oma oder einen lieben Freund, eine liebe Freundin,...

    Ich möchte Ihnen sagen, auch wir trauern mit ihnen. Ihre Lieben waren Wochen, Monate, manche sogar Jahre bei uns und sind uns sehr lieb geworden, einige sogar wie unsere eigenen Großeltern. Sie haben uns so manches intime Geheimnis anvertraut, den Tag mit uns verbracht, wir haben zusammen gelacht und manchmal auch geweint. Abends haben wir sie zu Bett gebracht, ab und zu noch über ihre Hand oder das Haar gestreichelt, ihnen eine gute Nacht gewünscht, sie gelagert und ihre Einlagen gewechselt, sie in ihren letzten Stunden vor ihrem Abschied begleitet, so gut wir konnten.

    Wir möchten nun gemeinsam m i t ihnen ein Stück ihres Weges gehen und auch für uns persönlich ist Trauerarbeit sehr wichtig.
    Dieser Nachmittag soll ihnen die Gelegenheit geben, ihre Trauer, ihren Schmerz, ihre Gefühle zuzulassen, zu erkennen, w o sie in ihrem Trauerprozess stehen, sich verstanden fühlen, getröstet, oder einfach nur um zu reden oder in die Stille zu gehen, nachzudenken, Hoffnung und Mut zu schöpfen für den weiteren Weg, ohne ihre Lieben.

    Man spricht vom Trauerjahr und wirklich ist dieses Jahr sehr wichtig für sie:
    Lassen sie sich Zeit und haben sie Geduld mit ihnen selber und Verständnis für ihre Familienmitglieder.
    Im Laufe dieses Jahres feiern wir einige Feste, wie Weihnachten, ein neues Jahr beginnt, Ostern, Geburtstage, Hochzeiten, Taufen und vieles mehr... Zum ersten Mal ohne ihre Lieben. Erinnerungen tauchen auf. Lassen sie diese hochkommen, alle Gefühle, Trauer, Schmerz, Einsamkeit, ja vielleicht sogar Wut und Zorn, sich verlassen fühlen. Dies alles darf sein und ist gut für sie.

    Es gibt vier Trauerphasen. Sie alle befinden sich in unterschiedlichen Phasen. Trauern ist ein Prozess, geprägt von Höhen und Tiefen und zahlreichen Rückschläge. Verurteilen sie sich nicht dafür. Ihre Wunde ist noch nicht ausreichend verheilt und muss noch geschützt werden. Deshalb ist es sehr wichtig, dass sie Menschen um sich haben, die sie verstehen, sensibel mit ihrem Verlust umgehen und die für sie da sind, wenn sie Trauer und Schmerz überkommen, die ihnen Mut machen zu weinen, ihre Gefühle zu leben und ihre Tränen trocknen.

    Meditation (CD „Forest fantasie Nr. 4“)

    Gehen sie nun mit mir auf eine Reise, schließen sie die Augen, entspannen sie sich, atmen sie ruhig und gelassen.

    Gehen sie in die Natur, an eine wunderschönen Platz in den Wald, auf einen Blumenwiese oder an einen Teich, zu einem asserfall oder in die Berge. Schauen sie sich um, wie schön es hier ist. Genießen sie den Augenblick und fühlen sie sich wohl, ...
    Wenn sie möchten, treffen sie sich jetzt in Gedanken mit ihrem lieben Verstorbenen . Wie sah er oder sie aus, seine Haare, Gesichtszüge, erinnern sie sich an schöne Begebenheiten aus ihrem gemeinsamen Leben , als sie sich kennen lernten, wie wurden sie von der Mutter empfangen, wenn sie von der Schule nach Hause kamen, gemeinsame Feste feierten, nehmen sie alle Kleinigkeiten in sich auf, sein oder ihr Lächeln, Freude, Begeisterung, ..
    Wenn sie möchten, sprechen sie mit ihrem Lieben. Sagen sie alles, was sie sagen wollen.
    Vielleicht, du fehlst mir so, oder ein nie ausgesprochenes „ich hab dich lieb“. Sagen sie, wie es ihnen geht oder einfach alles, was sie immer schon sagen wollten, es jedoch nie getan haben, wozu sie nicht mehr kamen. Vielleicht aber auch „verzeih mir oder ich verzeihe dir, alles was war......“
    Nehmen sie nun ihren Lieben noch einmal, wenn sie möchten in den Arm, spüren sie, wie gut es tut von ihr oder ihm umarmt zu sein und zu umarmen.

    Bei den Indianern gibt es ein wunderschönes Ritual am Grab eines Verstorbenen einen Vogel aufsteigen zu lassen, zuzusehen, wie er höher und höher in die Freiheit fliegt und ihn loszulassen.
    Vielleicht können auch sie eines Tages in Gedanken einen Vogel fliegen lassen und somit ihre Angehörigen loslassen.

    Denn eines weiß ich ganz sicher:
    Ihre Lieben möchten, dass es ihnen gut geht, hier auf dieser Erde, dass sie in Freude und Glück ihr Leben weiterleben, dass sie ihren Schmerz und ihre Trauer überwinden und sie in Liebe in ihren Gedanken behalten, gern an sie denken, und von ihnen sprechen, sie in sich weiterleben lassen, dass die Familie zusammenhält und vielleicht sogar durch den gemeinsamen Verlust und die Trauer stärker wird ...

    Und somit bitte ich sie langsam, sich wieder auf den Weg hierher in diesen Raum zu machen. Ihre Arme und Beine zu strecken und ihre Augen, wenn es für sie richtig ist, zu öffnen.


  • Ritual

    Es werden in chronologischer Reihenfolge nach Sterbedatum die Namen der verstorbenen Bewohner mit Geburts- und Sterbedatum genannt. Bei jedem einzelnen Verstorbenen haben (mehrere) Angehörige die Möglichkeit, nach vorne zu gehen, eine Schwimmkerze anzuzünden und in die Schale zu stellen. Wenn Angehörige von verstorbenen Bewohnern nicht anwesend sind, übernimmt ein(e) Mitarbeiter(in) diesen Dienst.
    Dazu leise Hintergrundmusik.


  • Text „Auf der anderen Seite des Weges“ (von Charles Pekuy)

    Der Tod ist nichts.
    Ich bin nur in das Zimmer nebenan gegangen.
    Ich bin ich, ihr seid ihr.
    Das, was ich für euch war, bin ich immer noch.
    Gebt mir den Namen, den ihr mir immer gegeben habt.
    Sprecht mit mir, wie ihr es immer getan habt.
    Gebraucht nie eine andere Redeweise.
    Seid nicht feierlich oder traurig.
    Lacht weiterhin über das, worüber wir gemeinsam gelacht haben.
    Betet, lacht, denkt an mich.
    Betet für mich,
    damit mein Name im Hause ausgesprochen wird,
    so wie es immer war.
    Ohne irgendeine besondere Bedeutung,
    ohne die Spur eines Schattens.
    Das Leben bedeutet das, was es immer war.
    Der Faden ist nicht durchschnitten.
    Warum soll ich nicht mehr in euren Gedanken sein,
    nur weil ich nicht mehr in eurem Blickfeld bin?
    Ich bin nicht weit weg.
    Ich bin nur auf der anderen Seite des Weges.


  • Einladung durch den Heimleiter bzw. Vertretung zum Kaffee, Kuchen, Gespräch und gemütlichen Beisammensitzen


  • Gemütliches Beisammensein bei Kaffee, Kuchen und Gespräch.
    Dazu Hintergrundmusik





  • Handreichung mit Fotos für die Angehörigen beim Trauercafe
    zum Gedenken an ihre Lieben
    (gestaltet von AFB Marianne Dickinger)





     
       

       © 2007 by Josef Lengauer